Fifty Shades of Grey – Filmkritik


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On 14. Februar 2015
Last modified:29. Juni 2015

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Viel Tamtam um nicht sehr viel. „Fifty Shades of Grey“ ist weder ein gutes Buch noch ein guter Film und schon gar kein ein Skandal. Aber was soll’s: für viele ist es einfach „Guilty Pleasure“ mit ein paar fesselnden Sexszenen. Schämt euch nicht, unterhalten (oder geil) zu werden...

Sex-Märchen? Softporno? Knallharter Liebesfilm? Anti-Frauen-Film? „Fifty Shades of Grey“ erhitzte nicht nur die Gemüter der Kritiker, sondern auch die weiblichen Genitalien…

Gestörter Multi-Millionär (oder war es Milliardär?) Christian Grey (Jamie Dornan) verschaut sich in die unschuldige, jungfräuliche Anastasia Steele (Dakota Johnson). Doch Christian ist ein psychopatischer Kontrollfreak und verspürt (fast) nur Lust, wenn er andere Frauen schlagen darf. Sympathisches Kerlchen also. Aber Ana ist natürlich hin und weg und probiert mit ihm im eigenen „Red Room“ Fesselspiele, Peitsche & Co aus. Natürlich findet sie das sogar direkt nach der Entjungferung super, schließlich ist es das Märchen vom schwarzen Ritter und der „Einen“ bei der alles anders (sein wird). Sie wird ihn retten, keine Frage. Aber er muss sich ja auch mal von seiner gestörten Kindheit erholen. Whip by whip…

Keine Frage, „Fifty Shades of Grey“ ist literarischer Schwachsinn. Als ich das Buch (ja, ich wollte eben mitreden) „gelesen“ habe, dachte ich: wenn jetzt noch einmal die Wörter „innere Göttin“ vorkommen, werfe ich das Buch aus dem Fenster. Ich habe es dann doch einfach hergeborgt, meine Freundinnen sollten eben auch leiden. Tja, jeder besitzt wohl eine sadomasochistische Seite. Trotzdem verstehe ich das Phänomen. Weibliche Sexualität wurde durch den männlichen Blick im Kino (aber auch in Pornos) stiefmütterlich behandelt. Wen wundert es also, wenn Frauen jeden Alters aus Neugierde oder purer Unterhaltung heraus plötzlich anfangen, Softporno-Literatur zu lesen?

Literarischer Fanfiction erobert die Bestseller-Listen und jetzt eben auch das Kino. Und wie. Millionen Frauen pilgern mit Freundinnen ins Kino, um sich das Gelesene auf der Leinwand anzusehen. Die Verfilmung ist (leider) sehr nahe am Buch – obwohl Regisseurin Sam Taylor-Johnson zumindest versucht hat Humor hineinzubringen. Persönlich denke ich, dass sich die zwei Hauptdarsteller und die Regisseurin nach einem Drehtag zusammengesetzt haben, um sich so richtig über die Dialoge und die Story auszulassen. Dakota Johnson passt immerhin sehr gut in die Rolle, Jamie Dornan wirkt wie eine seelenlose Ken-Puppe namens Christian Grey. Die Sexszenen sind (natürlich) gar nicht schmutzig, sondern mit Pop-Soundtrack unterlegt und ziemlich clean. Das ist ja nicht unbedingt etwas schlechtes, immerhin kann man sich die aalglatten Bilder anschauen und zu Beyoncé mitsummen. Wer komplette Nacktheit erwartet, wird bei „Fifty Shades of Grey“ enttäuscht: Dakota und Jamie zeigen zwar Schamhaaransatz, aber nie komplette Nacktheit. Es ist jedoch schön anzusehen, dass Dakota eindeutig eine natürliche Schönheit ist, wenn ihr versteht, was ich meine. Außerdem sind Penisse per se ja nicht unbedingt sehr sexy. Sorry Männer, aber bei einer Studie, bei der Frauen unterschiedliche Szenarien mit nackten Männern vorgespielt wurde, war die Szene am unerotischsten, in der ein Mann nackt auf einem Strand umherläuft. Wahrscheinlich ist der männliche Blick im Kino einfach aus Selbstzweifel und Ablenkung entstanden: Kein Mann würde schließlich freiwillig zugeben, dass sein Geschlechtsteil genauso viel Sexappeal wie ein Hamster hat…

Viel Tamtam um nicht sehr viel. „Fifty Shades of Grey“ ist weder ein gutes Buch noch ein guter Film und schon gar kein ein Skandal. Aber was soll’s: für viele ist es einfach „Guilty Pleasure“ mit ein paar fesselnden Sexszenen. Schämt euch nicht, unterhalten (oder geil) zu werden…

Bewertung:
2 von 5 Filmrollen

 
 

Soundtrack: